Druckluft ist oft die einfachste und praktikabelste Lösung, wenn bereits eine stabile Druckluftversorgung vorhanden ist und ein handgeführtes Werkzeug mit klarer Bedienlogik gefragt ist. Typische Anwendungen sind Metall- und Montagearbeiten sowie Service- und Instandhaltungsaufgaben – auch bei Arbeiten unter Wasser.
Für Metall- und Montagearbeiten hat sich die Kleinbohrmaschinen-Klasse mit Bohrfutteraufnahme bis Ø 13 mm etabliert.
Hydraulik-Bohrmaschinen – wenn Drehmomentreserve und Spezialbauformen gefragt sind
Explosionsgeschützte hydraulische Bohrmaschinen für den offenen Hydraulikkreis adressieren Anwendungen, in denen unter Last ein hohes, gleichmäßiges Drehmoment benötigt wird – kombiniert mit einer robusten Medienführung in rauen Umgebungen.
Zum Portfolio gehören neben klassischen Handbohrmaschinen vor allem Spezialbauformen, die in Projekten häufig den Unterschied machen:
- Eckenbohrmaschinen für schwer zugängliche Geometrien
- Bohrhämmer für mineralische Werkstoffe
- Kernloch- und Magnet-Kernloch-Systeme für größere Durchmesser und reproduzierbare Bohrungen
Hydraulik-Bohrmaschinen sind je nach Bauform sowohl im ATEX-Bereich als auch unter Wasser einsetzbar.
Beispielkonfiguration Stahlbau/beengte Geometrien
- Hydraulik-Eckenbohrmaschine: BEST.-NR. 2 1806 0010
- Bohrleistung in Stahl: bis Ø 32 mm
- Leistung: 2,80 kW
- Betriebsdruck: 80–140 bar
- Volumenstrom: 15–50 l/min
Zusätzlich müssen Anforderungen an Ölreinheit und Öltemperatur eingehalten werden, um Standzeit und Dauerlastbetrieb zu sichern.
Beispielkonfiguration Unterwasser/große Durchmesser
- Hydraulik-Magnet-Kernloch-Bohrgerät: BEST.-NR. 2 1345 0020
- Bohrbereich: Kernbohren von Ø 12–100 mm
- Magnetkraft: 1.500 kg
- Leistung: 2,50 kW
Je nach Ausführung kann das System sowohl in ATEX-Bereichen als auch unter Wasser eingesetzt werden – ideal, wenn sichere Fixierung, hohe Präzision und wiederholgenaue Bohrparameter erforderlich sind.
HFA-Bohrmaschinen – Standard im Untertage-Kohlebergbau
Wenn im Bergbau eine HFA-Infrastruktur vorgegeben ist, führt der Weg über explosionsgeschützte HFA-Zweihand-Bohrmaschinen im geschlossenen Hydraulikkreis. Die Auslegung ist speziell auf HFA-Emulsionen mit mindestens 0,3 % Hydraulikölanteil abgestimmt. Damit ist der Einsatz für ATEX-Zone I vorgesehen.
Im Sortiment stehen folgende Konfigurationen zur Verfügung:
- Zweihand-Bohrmaschine, BEST.-NR. 2 3053 0010 – Bohren
- Zweihand-Bohrmaschine, BEST.-NR. 2 3054 0010 – Schlagbohren
Diese Werkzeuge erfüllen typische Untertage-Anforderungen, bei denen Medienstandard, Bedienkonzept und Prozessstabilität im Vordergrund stehen und Abweichungen bei den Spezifikationen nicht vorgesehen sind.
Schritt für Schritt zur explosionsgeschützten ATEX-Bohrmaschine
In der Praxis laufen Projekte besonders stabil, wenn Medium, Druckniveau und Bohrmaschine zusammen geplant werden – nicht nacheinander. Die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung hilft dabei, das richtige Werkzeug für die jeweiligen Anforderungen zu finden.
- Einsatzumgebung festlegen
Zu prüfen sind Zone und Atmosphäre, also Gas oder Staub, Feuchte beziehungsweise Unterwasser-Einsatz, Zugänglichkeit und Montageposition.
Beispiel: Untertage, Zone I, feuchte und beengte Umgebung → HFA-Bohrmaschine im geschlossenen Kreislauf.
- Medium wählen
- Druckluft-Bohrmaschine: wenn Druckluft vorhanden ist, kompakte Handgeräte und kleine Durchmesser gefragt sind.
- Hydraulik-Bohrmaschine: wenn hohe Drehmomentreserve, große Durchmesser oder Spezialbauformen benötigt werden.
- HFA-Bohrmaschine: wenn Untertage-Kohlebergbau, geschlossener Kreislauf und Einsatz in Zone I vorgegeben sind.
Kurzbeispiele
- Werkhalle mit Druckluft, Ø bis 13 mm → Druckluft-Kleinbohrmaschine
- Stahlbau mit großen Durchmessern → Hydraulik-Magnet-Kernloch-System
- Untertage-Kohlebergbau mit HFA → HFA-Zweihand-Bohrmaschine
- Bohrprozess festlegen
- Bohren: metallische Werkstoffe, Standard-Durchmesser, ruhiger Lauf
- Schlagbohren: mineralische Werkstoffe wie Gestein oder Beton, hoher Materialabtrag
- Schnittstellen und Peripherie prüfen
Werkzeugaufnahme, Vorschub, Spülung oder Absaugung, Schlauchführung sowie Aggregat- und Netzparameter wie Druck, Volumenstrom und Medienqualität sollten vorab geprüft werden. So entsteht ein stabiler, sicherer und reproduzierbarer Betrieb.
Jetzt ATEX-Werkzeug anfragen und für sichere Arbeitsbedingungen sorgen
Für eine zielgerichtete Auslegung Ihrer ATEX-Bohrmaschine benötigen wir einige Kerninformationen zum Einsatzfall.
Wichtige Angaben sind:
- Zone und Umgebung
- Werkstoff und Bohrdurchmesser
- gewünschter Prozess, zum Beispiel Bohren oder Schlagbohren
- Medienversorgung, zum Beispiel Druckluft, Hydraulik oder HFA
- besondere Randbedingungen, zum Beispiel Unterwasser, beengte Lage oder Magnetfixierung
Auf Basis dieser Informationen lässt sich die passende Werkzeugkategorie und Ausführung ableiten – inklusive klarer Schnittstellen- und Versorgungsparameter für die Anlage.
Als Spezialist für ATEX-Werkzeuge mit über 120 Jahren Erfahrung unterstützen wir Sie von der Auswahl bis zur projektspezifischen Auslegung.
FAQ
Welche ATEX-Zone ist möglich?
Die zulässige Zone ergibt sich aus der ATEX-Kennzeichnung der gewählten Ausführung und den Betreiber-Vorgaben im Explosionsschutzdokument.
Welche Voraussetzungen muss mein Druckluftsystem für ATEX-Bohrmaschinen erfüllen?
Projektentscheidend sind hauptsächlich Betriebsdruck und Liefermenge. Orientierungswerte ergeben sich aus der gewählten Klasse, zum Beispiel 6 bar und ein definierter Luftverbrauch bei typischen Kleinbohrmaschinen. Zusätzlich sollten Druckluftqualität, Wartungseinheit und Schlauchdimensionierung auf Dauerlast ausgelegt sein.
Welche Voraussetzungen muss mein Hydrauliksystem für ATEX-Bohrmaschinen erfüllen?
Neben Betriebsdruck und Volumenstrom sind Ölqualität und Temperaturfenster kritisch. Spezifizierte Werte zur Ölreinheit und zulässigen Öltemperatur helfen, Standzeit und Zuverlässigkeit im Dauerbetrieb abzusichern.
Wann ist eine HFA-Bohrmaschine zwingend erforderlich?
Wenn der Untertage-Kohlebergbau den Medienstandard vorgibt: HFA-Emulsion im geschlossenen Kreis mit mindestens 0,3 % Ölanteil und Einsatzoption in ATEX-Zone I.
Welche Bohrmaschine eignet sich für Unterwasserarbeiten in Ex-Zonen?
Für Unterwasserarbeiten in explosionsgefährdeten Bereichen kommen je nach Aufgabe in der Regel hydraulische Bohrmaschinen oder spezielle Druckluft-Ausführungen zum Einsatz, die sowohl für ATEX als auch für den Unterwasserbetrieb freigegeben sind.
Entscheidend sind dabei:
- die Medienführung, zum Beispiel Korrosionsschutz und Dichtkonzept
- die Auslegung der Magnet- beziehungsweise Fixierlösungen
- eine klare Festlegung der Zone im Explosionsschutzdokument
Was sind typische Fehler bei der Auslegung von Druckluft- oder Hydrauliksystemen?
- zu knapp bemessener Volumenstrom oder fehlende Druckreserve
- unterschätzte Druckverluste in Schläuchen und Kupplungen
- vernachlässigte Medienqualität, zum Beispiel Ölreinheit oder Druckluftaufbereitung
- fehlende Abstimmung von Werkzeugaufnahme und Prozess, zum Beispiel falsches Futter bei Schlagbohren
Eine frühzeitige Betrachtung von Medium, Leitungsführung und Prozessparametern vermeidet solche Probleme.
Wie sind ATEX-Bohrmaschinen von SPITZNAS zugelassen?
ATEX-Bohrmaschinen von SPITZNAS erfüllen die ATEX-Richtlinie 2014/34/EU und sind je nach Ausführung für die vorgesehene Zone nach EN 60079-0 beziehungsweise bei nichtelektrischen Geräten nach EN ISO 80079-36/-37 zugelassen.
Die konkrete Verwendung richtet sich nach der Zoneneinteilung und dem Explosionsschutzdokument des Betreibers. Für die Freigabe sollten Ex-Kennzeichnung, relevante Normen und Dokumente geprüft werden.